STUDENTISCHES LEBEN IN DER FRÜHEN NEUZEIT


Studenten rekrutierten sich in der Frühen Neuzeit aus verschie­denen sozialen Schichten, zu denen der Adel gehörte. Im Sozial­gefüge der Universität bildeten sich ab dem 16. Jahrhundert symbolische Formen aus, mit denen die Zugehörigkeit zur Uni­versität begründet wurde. Ein solches Ritual war die depositio(cornuum), das symbolische Abschlagen und Abschneiden der Hörner, das den Zustand der Rohheit beenden sollte (siehe weitere Vitrine links). Mit der Aristokratisierung universitärer Kultur im 18. Jahrhundert verschwand die depositioaus dem akademischen Alltag. Stattdessen hielt das neue Leitbild adeliger Verhaltens­formen Einzug, welches sich in den Stammbüchern niederschlug. Stammbücher entstanden seit dem 16. Jahrhundert. Ihr Auf­kommen ist auf den Freundschaftskult zurückzuführen, der in der Frühen Neuzeit vor allem unter adeligen Studenten gepflegt wurde. Die ausgestellten Exemplare dokumentieren das studen­tische Leben im alten Jena.