NATIONALSOZIALISMUS 1933-1945


Nach dem Aufstieg der NSDAP in Thüringen in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahren bedeutete die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 eine tiefe Zäsur auch in der Geschichte der Universität Jena. Der 1933 eingeleitete Gleichschaltungsprozess markierte das Ende akademischer Freiheit und universitärer Selbstbestimmung. Um auch bildungsbürgerliche Bevölkerungskreise für ihr politisches Programm zu gewinnen, initiierten die neuen Machthaber 1934 die Umbenennung in Friedrich-Schiller-Universität. Der damalige Rektor Karl Astel rief zum Umbau der Universität im Sinne des Nationalsozialismus auf. Bereits vor 1933 war in Jena – erstmalig an einer deutschen Universität – ein Lehrstuhl für Sozialanthropologie eingerichtet worden. Hinter diesem Begriff verbirgt sich das von Hitler propagierte Fach «Rassenkunde». Nicht nur geistig-intellektuell verlor die Universität in den folgenden Jahren ihre Grundlagen. Die Kriegsjahre brachten zunehmend auch materielle und personelle Einschränkungen, so dass der Lehrbetrieb zum Wintersemester 1944/45 eingestellt wurde. Durch die Bombenangriffe in den letzten Kriegswochen wurde neben vielen anderen Jenaer Gebäuden auch das 1858 erbaute Bibliothekshauptgebäude zerstört.