STUDENTENBEWEGUNGEN IM FRÜHEN 19. JAHRHUNDERT


Universitäten und ihre Studenten spielten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine herausragende politische Rolle. Nach dem Ende der Koalitionskriege und der Gründung des Deutschen Bundes 1811 wurde Jena zu einem zentralen Ort der frühen Studentenbewegung. Die Fahne der Jenaer Urburschenschaft Rot-Schwarz-Rot mit goldenem Eichenzweig symbolisierte das politische Programm der Studenten: Die Forderung nach nationaler Einheit in Freiheit. Der vorläufige Höhepunkt der frühen Studentenbewegung war das 1817 auf der Wartburg gefeierte dreihundertjährige Reformationsjubiläum (Wartburgfest), das zu großen Teilen von Jenaer Studenten getragen wurde. Die zunehmende politische Radikalisierung der Studentengruppen führte 1819 auf Seiten der deutschen Bundesstaaten zur Verabschiedung repressiver Maßnahmen (Karlsbader Beschlüsse). Die politischen Professoren unterstützten die Forderungen der Studenten: Zum Beispiel der in Jena lehrende Philosophieprofessor Johann Jakob Fries oder der Naturphilosoph Lorenz Oken, der das Wartburgfest in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift «Isis» mit provokativen Karikaturen kommentierte.