HANS DIETRICH VON SCHÖNBERG – BIOGRAFIE


Hans Dietrich von Schönberg entstammt dem bedeutenden und weit verzweigten thüringisch-sächsischen Adelsgeschlecht von Schönberg, das sich bis ins 13. Jh. zurückverfolgen lässt. Er wurde am 23. Oktober 1623 in Mittelfrohna in Sachsen geboren. Die Linie Mittelfrohna der Schönbergs war zwei Generationen lang mit Sachsen-Altenburg verbunden, was sicher auch an der geringen Entfernung Mittelfrohnas zur Ostgrenze des Herzogtums lag. Hans Dietrich war der mittlere von drei Söhnen des sachsen-altenburgischen Kammer- und Hofrates Anton von Schönberg und der Christina geb. von Einsiedel. Von den insgesamt elf Kindern des Paars – drei Söhne, acht Töchter – überlebten nur fünf das Kindesalter. Hineingeboren in den 30-jährigen Krieg, zwangen die Kriegsnöte und Pestseuchen die Familie wiederholt zur Flucht. Seit 1634 wohnten die Schönbergs am Dienstort des Vaters – in Altenburg. Hier wurde Hans Dietrich von Hauslehrern unterrichtet und besuchte ab 1638 das Gymnasium in Gera. An die Schulzeit schloss sich ab 1641 ein siebenjähriges Studium der Jurisprudenz, Staatswissenschaften und Geschichte in Wittenberg und ab Ostern 1645 an der Hochschule der Reichsstadt Nürnberg in Altdorf an.

Wie zu jener Zeit in seinen Kreisen üblich, folgte dem Studium die Kavalierstour, die der Standesbildung in der höfischen Gesellschaft diente und seit dem frühen 17. Jh. bei den männlichen Schönbergs üblich war. Schönberg führte sie im Herbst 1648 über Augsburg nach Italien, wo er ein halbes Jahr Vorlesungen an der Hochschule in Padua hörte. Im November 1649 ging es über Venedig und Loreto nach Rom. Nach einem Besuch Neapels kehrte er über Florenz, Siena, Venedig und Wien im Frühling 1650 in die Heimat Altenburg zurück. Er übernahm die Verwaltung der Familiengüter Langenleuba und Goldschau, zu denen Schönberg 1663 noch Anteile der westlich Chemnitz gelegenen Güter Grüna und Reichenbrand kaufte.

Währenddessen war er immer wieder als Diplomat in kurfürstlich sächsischen Diensten tätig. Seine Bewährung in diesen Angelegenheiten und die einstige Stellung seines Vaters am Altenburger Hof führten schließlich dazu, dass Herzog Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg Schönberg eine Hofratsstelle in der Landesregierung anbieten ließ. Schönberg sagte zu und trat am 20. Februar 1654 die neue Stelle an – also mit 30 Jahren. "Begabt mit umfassenden Kenntnissen auf vielen Fachgebieten, schneller Auffassungsgabe, Aufrichtigkeit und Unbestechlichkeit, erlangte er höchste Ämter in der Landesverwaltung" (Matthias Donath: Rotgrüne Löwen. Die Familie von Schönberg in Sachsen, Meißen 2015, S. 376). 1659 wurde er Vizepräsident und 1668 Präsident des Konsistoriums, der obersten Kirchenbehörde, die auch für das Schulwesen zuständig war. Als nach dem Tod des Herzogs Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg 1669 die dreijährige Zeit der kursächsischen Vormundschaft begann und 1672 die ältere Linie Sachsen-Altenburg schließlich ausstarb und das Herzogtum an Sachsen-Gotha fiel, stand Schönberg an verantwortlicher Stelle der Landesverwaltung. Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg ernannte ihn 1679 zum Geheimen Rat und Kanzler. Seit 1655 war Schönberg mit Blandina von Brand verheiratet, der Tochter des Geheimen Rats und Obersteuereinnehmers in Altenburg und Hofrichters zu Jena, Johann Friedrich von Brand. Das Paar hatte zwei Söhne und vier Töchter, von denen bis auf eine Tochter alle Schönberg überlebten. Auch Schönbergs Söhne gingen in den Staatsdienst: Hans Friedrich von Schönberg war Hof- und Justizrat und Mitglied des Konsistoriums, Antonius von Schönberg diente in der Armee, bevor er Anfang des 18. Jh. als Oberst in pfälzische Dienste wechselte. Hans Dietrich von Schönberg starb am 11. Oktober 1682, kurz vor seinem 59. Geburtstag, zuletzt nach schwerer Krankheit, in Altenburg.