SCHÖNBERGISCHE SAMMLUNG


Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt umfasst die Digitalisierung und Online-Präsentation des Bestands Schönbergische Sammlung des Staatsarchivs Altenburg. Dieser Bestand ist eine einzigartige Stoffsammlung des Altenburger Kanzlers und Konsistorialpräsidenten Hans Dietrich von Schönberg (1623-1682) von reichhaltigen Quellen zur Reichs-, Landes-, Orts- und Adelsgeschichte. Er enthält viele Originale und Bände zur Geschichte der Wettiner, Mitteldeutschlands und zu den verschiedensten Reichsständen; zudem Material über die Geschichte der Burggrafschaft und des Fürstentums Altenburg mit Briefen Spalatins, ein Verzeichnis Altenburger Stifts- und Klosterurkunden aus dem Altenburger Regierungsarchiv, Handschriften aus dem Familienerbe, Kopialbücher von Ämtern der Region und der Klöster Lausnitz, Remse und Bürgel sowie die Originalregister der kursächsischen Kanzlei (1482-1492, 1515-1532) mit meißnischen und vogtländischen Lehensbriefen aus dem Dresdner Archiv. Des Weiteren enthalten Schönbergs handschriftliche Sammlungen Originalurkunden des Stifts Saalfeld aus dem 13. Jh. und die Originalniederschrift der Reformatoren über die Kirchengüter (Schmalkalden, 1540) mit den Unterschriften u. a. von Melanchthon und Justus Jonas.

Von Bedeutung sind auch seine Sammlung zur Adelsgeschichte und insbesondere die zahlreichen diplomatischen Berichte und Protokolle über die Friedensschlüsse in Prag 1635 und von den westfälischen Friedensverhandlungen 1645-1649 sowie die umfangreichen Briefwechsel mit den Staatsmännern Veit Ludwig von Seckendorff, August Carpzov und Wolfgang Conrad von Thumbshirn. Der Bestand beinhaltet Zeugnisse des beruflichen Handelns Schönbergs und seiner diplomatischen Dienste, Quellen zu fast allen Fragen der Landesverwaltung, Landtagsakten, Tagebücher und Niederschriften der Kabinettsitzungen und Handakten über diverse Verhandlungen und Konferenzen ernestinischer Herzogtümer – etwa über Landesteilungen. Enthalten sind Visitationsakten von Universität, Hofgericht und Schöppenstuhl in Jena, Konsistorialordnungen, Quellen zur Kirchen- und Schulgeschichte, eine Sammlung zur Pest. Sein Wirken als Naumburger Stiftsherr ist ebenso dokumentiert wie seine militärischen Verfügungen während des Türkenfeldzuges 1663-1667. Damit zeichnet sich der Bestand vor allem durch seine Singularität, Originalität und Individualität aus.