DIE ZEITSCHRIFTEN

Titelblatt der ersten Ausgabe 1785


Die „Allgemeine Literatur-Zeitung“ war insbesondere in ihrer Jenaer Periode zwischen 1785 und 1803 das auflagenstärkste und wohl auch verbreitetste wie einflussreichste Rezensionsorgan im deutschsprachigen Raum. Ihr ambitioniertes Ziel war es, die gesamte aktuelle Literaturproduktion aus allen Wissensgebieten kritisch zu begleiten. An die Seite des täglich erscheinenden Hauptblattes traten als weitere Publikationsorgane das „Allgemeine Repertorium der Literatur“, eine systematische Universalbibliographie, in der das besprochene Material inventarisiert und disponiert wurde, sowie die „Revision der Literatur“, die aus dem erfassten Stoff eine enzyklopädische Literaturgeschichte extrahieren sollte. Hinzu kam das literarische „Intelligenzblatt“, dessen Berichterstattung sich um die Infrastruktur der gelehrten Welt drehte.   


Initiiert wurde die A. L. Z. durch den Verleger und Mäzen Friedrich Justin Bertuch, den Jenaer Literaturprofessor Christian Gottfried Schütz sowie den Schriftsteller Christoph Martin Wieland. Die Zeitung erschien ab 1785 in sechs Nummern pro Woche und konnte innerhalb von nur zwei Jahren etwa 2000 Abonnenten gewinnen.

Als Christian Gottfried Schütz 1803 eine Professur in Halle antrat, verlegte er auch den Erscheinungsort der A. L. Z. in die Saale-Metropole, wo er die Herausgabe gemeinsam mit dem Professor und Bibliothekar Johann Samuel Ersch fortsetzte. Bis zu ihrer Auflösung 1849 erschien die A. L. Z. im halleschen Verlag C. A. Schwetschke & Sohn. Infolge der Verlegung der A. L. Z. nach Halle betrieb Johann Wolfgang von Goethe ab 1803 die Gründung der „Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung“.

Die Rezensionen erschienen, dem damaligen Usus entsprechend, grundsätzlich anonym, um den Fokus auf die Texte und ihren Argumentationsgang und nicht so sehr auf die Autoren zu lenken, wobei die Anonymität der Rezensenten bereits unter den Zeitgenossen heftig diskutiert wurde. Im programmatischen „Vorbericht“ zur ersten Nummer vom 3. Januar 1785 findet sich jedoch das Versprechen: „Schon die ersten sechs Numern der Allgem. Literat. Zeitung enthalten in verschiedenen Fächern, Recensionen solcher Männer, denen man in dem Theile der Gelehrsamkeit, welchen sie bearbeiten, den ersten Rang ohne Widerspruch zugesteht“. Prominente Mitarbeiter waren, neben zahlreichen anderen, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte und Alexander von Humboldt.  

Die A. L. Z. bietet wie kaum ein anderes Periodikum ihrer Zeit einen reichen Fundus an Rezensionen zu deutschen und europäischen Publikationen aus nahezu sämtlichen Wissenschaftsdisziplinen. Bereits ein Blick auf die Liste behandelter Autoren aus dem Bereich der Schönen Literatur wirkt beeindruckend: Es finden sich darunter Größen wie Bettina von Arnim, Balzac, Boccaccio, Büchner, Dante, Eichendorff, Goethe, E. T. A. Hoffmann, Klopstock, Opitz, Schiller, F. Schlegel u.v.a.m.

Titelblatt der Ausgabe Nr. 79, 1803


Die „Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung“ erschien von 1804 bis 1841. Sie wurde als Reaktion auf den Weggang der „Allgemeinen Literaturzeitung“ aus Jena nach Halle von Johann Wolfgang Goethe und Christian Gottlob Voigt gegründet. Im äußeren Erscheinungsbild und in der Konzeption orientierte sich die J. A. L. Z. an ihrer Vorgängerin. Sie veröffentlichte Rezensionen zu allen Wissensgebieten, ergänzt durch ein Intelligenzblatt und die Preisfragen der Weimarer Kunstfreunde.

Der Fortgang bedeutender Gelehrter aus Jena um die Wende zum 19. Jahrhunderts drohte die Vorrangstellung der Jenaer Universität unter den deutschen Hochschulen ernsthaft zu gefährden: 1799 war Johann Gottlieb Fichte entlassen worden, 1801 wechselte der Mediziner Christoph Wilhelm Hufeland nach Berlin, und 1803 gingen der Jurist Gottlieb Hufeland, der Theologe Heinrich Eberhard Paulus sowie Friedrich Wilhelm Joseph Schelling nach Würzburg. Im selben Jahr trat der Literaturprofessor Christian Gottfried Schütz eine neue Stelle in Halle an und verlegte, als Herausgeber der A. L. Z., auch den Erscheinungsort des renommierten Periodikums in die Saale-Metropole, was für den Jenaer Standort, wie Goethe sich (um 1820) erinnert, ein Vorgang „von der größten Bedeutsamkeit“ und zweifellos einen dramatischen Höhepunkt der geschilderten Entwicklung darstellte. Rasches Handeln war erforderlich, und so fasste man den „wackern Entschluß“, „mit dem neuen Jahre in Jena die allgemeine Literaturzeitung selbst fort[zu]setzen“ (Goethe, WA, I, 35, S. 153f.). Ab 1804 erschien sie dann unter dem Titel „Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung“; Hauptredakteur wurde der Altphilologe Heinrich Karl Abraham Eichstädt.

Die J. A. L. Z. erschien, ebenso wie die A. L. Z., in sechs Nummern pro Woche. Die Verfasser der Rezensionen blieben, wie es damals üblich war, ungenannt. Allerdings wurden, auf das Betreiben Goethes hin, Autorenkürzel eingeführt, wodurch sich die einzelnen Verfasser zwar nicht oder nur selten ermitteln, jedoch unterscheiden ließen. Das Unternehmen wurde ein Erfolg. Wichtige Mitarbeiter, darunter Schiller, A. W. Schlegel, Schelling oder Schleiermacher, konnten gehalten oder gewonnen werden. Goethe fasste die Umstände der Gründung rückblickend in Form eines Gleichnisses zusammen: „Der Irrthum jenseits bestand darin: Man hatte nicht bedacht, daß man von einem militärisch-günstigen Posten wohl eine Batterie wegführen und an einen andern bedeutenden versetzen kann, daß aber dadurch der Widersacher nicht verhindert wird, an der verlassenen Stelle sein Geschütz aufzufahren, um für sich gleiche Vortheile daraus zu gewinnen.“ (Goethe, WA, I, 35, S. 182)

Titelblatt der ersten Ausgabe 1842


Wie ihre Vorläuferin, die „Jenaische Allgemeinen Literatur-Zeitung“, veröffentlichte ab 1842 auch die „Neue Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung“ Rezensionen zu bedeutenden deutschen und internationalen Publikationen aus allen Wissensgebieten.

Im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sank aufgrund der fortschreitenden Spezialisierung der Wissenschaften die Bedeutung fachübergreifender Rezensionsorgane. Diese Entwicklung betraf auch die J. A. L. Z., deren Abonnentenzahlen kontinuierlich sanken, sodass 1839/40 ihr Fortbestehen ernstlich auf dem Spiel stand. Da jedoch die Jenaer Universität und auch der Weimarer Hof an einer Erhaltung des traditionsreichen Periodikums interessiert waren, wurden Überlegungen zu ihrer Rettung angestellt mit dem Resultat, dass die Zeitung ab 1841 weiterhin werktägig, jedoch in neuem Gewand beim Verleger Brockhaus in Leipzig als „Neue Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung“ erscheinen konnte. Die Redaktion verblieb in Jena, wobei der langjährige Hauptredakteur Heinrich Karl Abraham Eichstädt seine Position zugunsten des Altphilologen Ferdinand Gotthelf Hand aufgeben musste. Unterstützt wurde Hand durch vier ‚Spezialredakteure‘. Sie alle arbeiteten zunächst unentgeltlich.

Allerdings waren die Verträge zwischen der Universität und Brockhaus nur befristet abgeschlossen worden. 1844 scheiterte Hand mit dem Versuch, den Druck der N. J. A. L. Z. wieder nach Jena zu verlegen. Auch forderten die Redakteure fortan ein Gehalt, sodass ein Fortbestand der Zeitung nur mit der Unterstützung durch den Landesherrn bzw. den Verlag möglich schien. Da sich Regierung und Verlag am Ende jedoch nicht auf eine dauerhafte Finanzierung der N. J. A. L. Z. einigen konnten, stellte dieselbe ihr Erscheinen Ende 1848 ein. In einem Bericht der Universität heißt es hierzu: „Wir haben die von dem Buchhändler Brockhaus geschehene Aufkündigung des Verlags-Kontraktes abgenommen und verfehlen nicht, Ew. Königl. Hoheit untertänigst anzuzeigen, dass die Allgemeine Literaturzeitung bis auf bessere Zeiten zu erscheinen aufhört. Wir wünschen, dass diese Zeiten bald eintreten mögen, damit mit ihnen jenes Institut, was nach unserer Meinung früher zum Glanze und Ruhme der hiesigen Universität beigetragen hat, wieder in das Leben treten könne.“ (Eynern, Die J. A. L. Z., S. 76)    

Titelblatt der ersten Ausgabe 1, 1874


Die im Auftrage der Jenaer Universität von dem Oberbibliothekar Anton Klette herausgegebene „Jenaer Literaturzeitung“ lieferte für den Zeitraum von 1874 - 1879 ein umfassendes Gesamtbild der literarischen in- und ausländischen Produktion zu allen Zweigen der Wissenschaft und griff damit das Konzept der bis 1803 in Jena erschienenen „Allgemeinen Literatur-Zeitung“ sowie ihrer Nachfolger, der „Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung“ (1804 - 1841) und der „Neuen Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung“ (1842 - 1848), wieder auf. Die größtenteils ausführlichen Rezensionen renommierter Wissenschaftler vermittelten eine fachlich fundierte Einschätzung der besprochenen Werke. Darüber hinaus erfüllte die Zeitschrift bibliografische Funktionen, indem sie die Erscheinungen des deutschen, englischen, italienischen, holländischen usw. Buchhandels verzeichnete, soweit sie von allgemeinem Interesse waren. Ergänzt wurde das Spektrum durch Dissertationen, Programme und andere wissenschaftliche Gelegenheitsschriften.  

Die J. L. erschien in den Jenaer Verlagen Mauke (1874), Hermann Dufft (1875-1877) sowie Hermann Credner (Fa. Veit & Comp.; 1878-1879). Die Erscheinungsweise war wöchentlich. Im Unterschied zu ihren Vorgängerinnen (s.o.), in denen die Rezensenten noch anonym publizierten, wurden in der J. L. die Verfasser im Anschluss an ihre Texte genannt. Programmatisch heißt es im Vorwort zum zweiten Jahrgang: „Die Jenaer Literaturzeitung hat sich bei ihrem Inslebentreten die Aufgabe gestellt, die neuen Erscheinungen der deutschen und ausländischen Literatur durch competente und mit ihrer Namensunterschrift für die abgegebenen Urtheile einstehende Gelehrte einer unparteiischen Kritik zu unterziehen.“

Anders als den prominenten Rezensionsorganen der ersten Jahrhunderthälfte, war der J. L. allerdings nur eine kurze Lebensdauer beschieden: Bereits fünf Jahre nach ihrer Gründung, im Jahre 1879, wurde ihr Erscheinen eingestellt. In der Begründung des Verlages am Ende der 39. Nummer (1879) heißt es dazu: „Herr Professor Dr. Anton Klette, der Begründer und seitherige Herausgeber der ‚Jenaer Literaturzeitung‘, welcher, nachdem er seinen Abschied als Ober-Bibliothekar der Universität Jena genommen hatte, im Anfang dieses Jahres nach Magdeburg übergesiedelt war, hat sich von dort entfernt, ohne irgend welche Nachricht über seinen neuen Aufenthaltsort zurückzulassen. […] Ohne jede Anhaltspunkte sind wir dieser uns überraschenden Thatsache gegenüber augenblicklich ausser Stand, die ‚Jenaer Literaturzeitung‘ weiter fortführen zu können.“ 

Titelblatt der Ausgabe 1, 1812


Neben der „Allgemeinen Literatur-Zeitung“ sowie der „Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung“ war die typographisch ähnlich gestaltete „Leipziger Literatur-Zeitung“ ein weiteres zentrales, auf nahezu sämtliche Wissensgebiete ausgerichtetes Rezensionsorgan für Neuerscheinungen aus dem In- und dem europäischen Ausland. Die L. L. Z. wurde als Gegenstück zur A. L. Z. und zur J. A. L. Z. sowie mit dem Ziel gegründet, das Ansehen Leipzigs und der Leipziger Universität als geistig-wissenschaftliches Zentrum zu steigern.  

Ursprünglich 1800 als „Leipziger Jahrbuch der neuesten Literatur“ ins Leben gerufen, erschien die Zeitschrift zwischen 1803 und 1811 unter dem Titel „Neue Leipziger Literaturzeitung“ bei dem Leipziger Verleger Johann Gottlob Beygang, ab 1812 bis zu ihrer Einstellung 1834 als „Leipziger Literatur-Zeitung“ im Verlag Breitkopf & Härtel in einer Auflagenhöhe von zunächst ca. 400 Exemplaren (1817: 750 Exemplare). Die Erscheinungsweise war täglich.

Initiatoren der L. L. Z. waren der Altphilologe, Historiker und Rektor der Universität Leipzig Christian Daniel Beck, welcher (bis 1818) auch die Herausgeberschaft übernahm, sowie der Rechtswissenschaftler, ebenfalls Leipziger Universitätsrektor und Dichter Christian Daniel Erhard. Erhard galt als schillernde Figur des Leipziger Wissenschafts- und Kulturbetriebs. Er war für seine „der litterarischen Unterhaltung und dem geselligen Vergnügen gewidmeten Privatzirkel“  bekannt und mit Wieland befreundet.  

Der Herausgeber war per Vertrag der Gesellschaft der Redakteure unterstellt. Zu den Redakteuren zählen seinerzeit namhafte Gelehrte und Persönlichkeiten wie etwa Ernst Friedrich Karl Rosenmüller (1768-1835, Theologe, Orientalist), Heinrich Blümner (1765-1839, Stadtrat, Stadtrichter und Bürgermeister in Leipzig, Schriftsteller) oder Karl Brandan Mollweide (1774-1825, Mathematiker und Astronom, Dekan der Philosophischen Fakultät in Leipzig).  

Die Rezensionen erschienen wie in der A. L. Z. anonym. Die Redaktion schreibt hierzu: „Dürften wir sie [die Autoren] nennen, so würde das Publicum manchen unsterblichen, und gewiss keinen ganz unbekannten Namen unter ihnen erblicken.“  

Die L. L. Z. veröffentlichte Rezensionen zu deutschen und europäischen Publikationen aus nahezu sämtlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Aus dem Bereich der Schönen Literatur finden sich etwa Besprechungen zu Calderón, Goethe, J. und W. Grimm, Kotzebue, Montesquieu, Schiller, Scott, Tasso, Voltaire oder Julius von Voß.  

Zeitgenossen haben die L. L. Z. immer wieder als eine der drei wesentlichen „Literatur-Zeitungen des nördlichen Deutschlands“  neben die A. L. Z. und die J. A. L. Z. gestellt. Zwar bescheinigte man – schon aufgrund der Beteiligung Goethes – der J. A. L. Z. das „allgemeinste Interesse“, hob für die L. L. Z. jedoch ihren „größten wissenschaftlichen Werth“ hervor  und stellte ihr schließlich sogar in Aussicht, der J. A. L. Z. „den Rang abzulaufen“ (Blätter für literarische Unterhaltung, 27.3.1831, 86, S. 375).

Titelblatt der Ausgabe Januar, 1787


Das „Journal des Luxus und der Moden“, das von 1786 bis 1827 (mit mehreren Titeländerungen) im Verlag von Friedrich Justin Bertuch in Weimar erschien, gilt als „beispielloses publizistisches Erfolgsunternehmen“. Sein Gegenstand war nicht - wie der Titel vermuten lässt - ausschließlich die Mode der damaligen Zeit, sondern vielmehr die umfassende Berichterstattung über verschiedene kulturgeschichtlich relevante Themen, von Fragen der Wohnungseinrichtung über Kleidung und Technik bis hin zu Musik, Literatur und Kunst und vieles mehr. Dabei war eine Intention, die Entwicklungen europaweit in den Blick zu nehmen. Hervorzuheben ist die umfassende Illustration mit etwa 1.500 Abbildungen im Kupferstich.  

Das J. L. M. war ein Gemeinschaftsunternehmen des Verlegers Bertuch und des Direktors der Weimarer Zeichenschule, Malers und Kupferstechers Georg Melchior Kraus, wobei Bertuch fortan für die Textbeiträge verantwortlich war, während Kraus sich um die Abbildungen zu kümmern hatte. 1795 konnte zudem der Weimarer Gelehrte und Gymnasialdirektor Karl August Böttiger als leitender Redakteur gewonnen werden. Als Vorbild des Journals diente das französische „Cabinet des Modes“, welches ab 1785 in Paris erschien. Zwar  war das monatlich erscheinende J. L. M. keineswegs die erste Modezeitschrift in Deutschland, doch sie war die erste mit farbigen Kupferstichen. Bereits im November 1785 traten die beiden künftigen Herausgeber des Journals Bertuch und Kraus im Anzeigerblatt des von Christoph Martin Wieland in Weimar herausgegebenen „Teutschen Merkur“ an die Öffentlichkeit, woraus zu ersehen ist, wie rasch und klug der Geschäftsmann Bertuch, der im selben Jahr auch die renommierte „Allgemeine Literatur-Zeitung“ initiierte, sich auf dem literarischen Markt ergebende Chancen zu nutzen wusste: „Wir kündigen also hierdurch […] das Journal der Moden an, welches mit Anfange des Jahres 1786 beginnet. […] Das Journal kann zwar über alle diese Gegenstände nicht sehr weitläufig seyn; soll aber doch […] von jeder der Moden die es anzeigt, ihrer Nützlichkeit, Schädlichkeit oder Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit oder Unbequemlichkeit, ihrer Erfindung und Einführung, eine raisonnirende Nachricht liefern.“  

Die Ausrichtung des J. L. M. war dabei dezidiert keine, welche eine Anheizung „schädliche[r] Ueppigkeit und Prasserey“ befürwortete (J. M. Z. 1793, S. 415), sondern durchaus eine aufklärerische, Konsum und Geist ineinander verschränkende. So heißt es in der Einleitung zum ersten Band 1786: „Je reicher und verfeinerter eine aufgeklärte Nation ist, desto bequemer, schöner, geschmackvoller […] sind ihre Moden. Genie, Caprice und Zufall sind meistens ihre Schöpfer“. Neben materiellen Gegenständen wie „weibliche und männliche Kleidung“, „Schmuck“, „Ammeublement“, „Tisch- und Trinkgeschirr“, „Equipage, sowohl Wagen als Pferdezeug und Livreen“, „Häuser und Zimmer-Einrichtung und Verzierung“ oder „Gärten und Landhäuser“ waren daher auch der „Luxus und die Moden des Geistes und der Denkart“ von Interesse (A. L. Z., 14.7.1788, S. 122). Unter Böttiger und ab dessen Fortgang nach Dresden 1804 unter Bertuchs Sohn Carl gewannen die Bereiche Kunst und Literatur deutlich an Gewicht. Als Schriftleiter folgten der Schriftsteller Heinrich Döring (1815), der Geheime Regierungsrat Heinrich Carl Friedrich Peucer (1823) sowie der Hofrat und Schriftsteller Johann Stephan Schütze (1825). Der Konkurrenzdruck wurde im Laufe der Jahre immer stärker, und es gelang nicht, den Schwund an Abonnenten aufzuhalten. In seinen letzten Jahren war das J. L. M. nur mehr ein Unterhaltungsblatt, 1827 wurde es eingestellt.