Ein Desideratum

 

Die Forschungen, die durch die Herausgabe der gesamten Schriften Martin Bubers angestoßen wurden (Martin Buber Werkausgabe; der erste Band erschien 2001, bis Ende 2018 soll die Ausgabe abgeschlossen sein), gaben signifikante Anstöße für neue Recherchen über Martin Buber, insbesondere auch anhand seiner Korrespondenz. Da eine Edition des umfangreichen Briefwechsels jedoch nicht Bestandteil der Martin Buber Werkausgabe sein wird, bleibt eine solche weiterhin ein wichtiges Desideratum der Forschung.

 

In seiner neu erschienenen Biographie Martin Buber. Was es heißt, ein Mensch zu sein, schreibt Dominque Bourel, dass von der umfangreichen Martin Buber Korrespondenz – über 50.000 Briefe, die im Matin Buber Archiv aufbewahrt und heute nur noch auf veraltetem Microfiche-Format verfügbar sind – lediglich drei Bände veröffentlicht wurden, d.h. nur circa zehn Prozent der gesamten Korrespondenz. MBK will mit der Edition des gesamten Briefwechsels neue Perspektiven auf Buber ermöglichen und zum ersten Mal einen Einblick in die dialogische Philosophie als täglich praktizierte Form in Bubers Briefen gewähren.

 

Nichtsdestoweniger ist die Dringlichkeit der MBK als absichernde Maßnahme gerechtfertigt. Nur eine digitale Edition der gesamten Korrespondenz kann eine dauerhafte Sicherung der Güter angesichts möglicher Materialschäden (zeitlicher Verfall) sowie eines unbeabsichtigt vorkommenden Verlusts von Briefen garantieren. MBK wird auch die Brill Microfiche Edition (BME) der Korrespondenz Bubers konsultieren, um den aktuellen Dokumentenbestand im Martin Buber Archiv (MBA) mit dieser zu vergleichen.

 

Ein wissenschaftlicher Beirat wird den Ablauf und die Qualität des Projekts garantieren. Der Beirat wird interdisziplinär zusammengesetzt werden und aus ca. vier Mitgliedern bestehen. U. a. wird der renommierte Buber-Forscher Prof. Paul Mendes-Flohr dem Beirat angehören.

 

Es ist vorgesehen, ausgewählte, besonders herausragende Korrespondenzen (möglich wären z. B.: Buber-Hesse; Buber-Herzl; Buber-Landauer; Buber-Prager Kreis; Buber-Rosenzweig; Buber-Scholem; Buber und israelische Politikern sowie der Israel-Palästina Konflikt) als Buchdrucke zu veröffentlichen.

 

Das Editionsprojekt der MBK wird von Forschungsprojekten an der Goethe-Universität und der Friedrich-Schiller-Universität begleitet werden.

 

Daneben besteht auch die Möglichkeit für Promotionsstudenten der Friedrich-Schiller-Universität und der Goethe-Universität (vorrangig) Dissertationen basierend auf der MBK zu verfassen. Dr. Francesco Ferrari ist derzeit Koordinator des Graduiertenprogramms „Religion Conflict Reconciliation“ an der FSU.

 

Konferenzen und andere Aktivitäten sind geplant, um den öffentlichen Raum in das Projekt mit einzubeziehen.