INHALT


Im Bestand enthalten sind die griechischen und lateinischen Schriftsteller des klassischen Altertums und solche der ersten nachchristlichen Jahrhunderte, also Philosophen, Reden- und Geschichtsschreiber sowie Dichter und Schöpfer moralisch-erzieherischen Schrifttums. Hinzu kommen die Schriften der Kirchenväter, mittel­alterliche Theologen und Autoren historischer Werke, ferner Grammatiken, Wörterbücher, medizinische, astronomische, ökonomische und juristische Schriften.

Hochkarätig ergänzt wurde die Sammlung durch Geschenke, Widmungsexemplare und Handschriften. Dem persönlichen Umfeld des Kurfürsten zuzuordnen sind ein Evangelistar (Signatur: ThULB, Ms. El. f. 1), ein Epistolar (Signatur: ThULB, Ms. El. f. 2) sowie Chorbücher der Alamire-Werkstatt mit buchmalerischen Ausgestaltungen in höchster Qualität. Während letztere dem Gründungs­bestand der "Bibliotheca electoralis" selbst angehören, ist ein großer Teil der mittelalterlichen Handschriften klösterlicher Provenienz und kam als Säkularisationsgut hinzu. 1538 kamen als Geschenk Heinrichs III. von Nassau an Johann Friedrich I. zwölf französischsprachige Pergamenthandschriften des 14./15. Jahrhunderts sowie zwei illuminierte, jeweils zweibändige Pergament-Inkunabeln in die Bibliothek. Ein kulturelles Monument eigener Klasse ist die ebenfalls zur "Bibliotheca Electoralis" zählende Jenaer Liederhandschrift (Signatur: ThULB, Ms. El. f. 101), die neben der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Manesse-Codex) bedeutendste, größte und prachtvollste Handschrift mit deutscher Liedüberlieferung des Mittelalters, ohne die uns zahlreiche Autoren und Texte des Hochmittelalters unbekannt geblieben wären.