DAS THÜRINGER FLURNAMENARCHIV


Das Thüringische Flurnamenarchiv wurde 1933 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Rahmen der thüringischen Landesstelle für Volkskunde gegründet. Ab 1953 wuchs der Bestand rasch an, so dass sich heute für das Gebiet des Freistaats Thüringen knapp 126.000 Namenbelege finden. Diese sind aber bei Weitem nicht die Gesamtmenge an thüringischen Flurnamen, die Schätzungen zufolge bei über 300.000 Namen liegt. Insgesamt wurden im Flurnamenarchiv rund 150.000 Flurnamen erfasst, da man sich am thüringischen Sprachraum und nicht an der politischen Gliederung orientierte. Das Erfassungsgebiet umfasst somit auch Teile des südlichen Sachsen-Anhalts. Seit 1982 stagnierte die Arbeit am Thüringischen Flurnamenarchiv. Dies änderte sich mit der Übernahme der Professur für Geschichte der deutschen Sprache durch Prof. Dr. Eckhard Meineke im Jahr 1994, unter dessen Betreuung zahlreiche flurnamenkundliche Abschlussarbeiten verfasst wurden. 
Das im Flurnamenarchiv lagernde Material ist derzeit weder für die Wissenschaft noch für die interessierte Öffentlichkeit gut nutzbar – es ist vom Zerfall bedroht und befindet sich in Zettelkästen in der Obhut von Frau Dr. Barbara Aehnlich, die seit 2004 die Flurnamenforschung in Jena weiter vorantreibt.
Die Belegsammlung des Thüringischen Flurnamenarchivs bildet den Grundstock für eine flächendeckende Sammlung und Auswertung der Thüringer Flurnamenlandschaft. Von dieser ist Aufschluss zu erwarten über die Herkunft und die Motivation der Namen sowie über die dialektgebundene Sprachgeschichte des ostmitteldeutschen Raumes. Ausgehend von diesem Grundstock, dessen Digitalisierung im Projekt vorgenommen wird, soll auch der übrige Flurnamenbestand des Freistaates erfasst und nach vorgegebenen Kriterien geordnet werden.