BIOGRAPHIE


Gustav Friedrich Dinter wurde am 29. Februar 1760 als Sohn eines Juristen und Gerichtshalters in Borna bei Leipzig geboren. Nach dem Besuch der Fürstenschule Grimma studierte er seit 1779 in Leipzig erst Jura und dann Theologie. 1787 wurde Dinter Pfarrsubstitut und 1790 Pfarrer in Kitzscher bei Borna. Nach den Jahren als Pfarrer avancierte Dinter 1797 zum Direktor am Kurfürstlich-Sächsischen Lehrerseminar in Dresden-Friedrichstadt. Von 1807 an war er wieder Pfarrer, und zwar in Görnitz bei Borna. Im Jahre 1816 wurde er Konsistorial- und Schulrat im preußischen Königsberg. Seit 1822 war er zugleich außerordentlicher Professor der Theologie an der Königsberger Universität. In Königsberg ist Dinter am 29. Mai 1831 verstorben.
Gustav Friedrich Dinter wirkte als Theologe, Pädagoge, Schulreformer und Schriftsteller. Vor allem aufgrund seiner schulreformatorischen Bemühungen sowie der großen Anzahl von ihm verfasster Schulbücher und Unterrichtshilfen war er zu Lebzeiten ein berühmter, wenn auch nicht unumstrittener Pädagoge. Der älteren Forschung gilt Dinter als „der sächsische Pestalozzi“ (K. Wadewitz), in der neueren Forschung wird Dinter als einer der „einflussreichsten sächsischen Schulmänner“ (D. Döring) apostrophiert. In seiner späten Lebens- und Schaffensphase in Königsberg erwarb er sich den Ruf als „Erneuerer der ostpreußischen Volksschule“ (K. Wadewitz).